Die Scheibe ist eingeschlagen, zerkratzt oder mit Graffiti bemalt – für Hausbesitzer ein Schreck. Meist wird vermutet, dass jemand einbrechen wollte. Häufig handelt es sich aber nur um einen Akt von Vandalismus, der keinen tieferen Grund hat. Für die Bewohner des Hauses ist er besonders ärgerlich, denn sie müssen für den Schaden aufkommen. Gibt es eine Versicherung, die für solche Schäden zahlt?

Broken glass front doorDie Konsequenzen von Vandalismus sind häufig unbekannt

Am 31. Oktober wird in einigen Ländern der Welt offiziell das keltische Traditionsfest Halloween gefeiert. Seit einigen Jahren hat sich der Brauch auch in Europa etabliert, sodass Kinder von Haustür zu Haustür ziehen und “Süßes, sonst gibt’s Saures!” rufen. Problematisch wird es, wenn die Kinder nicht ihr Süßes bekommen. Nicht selten werden Häuser mit Eiern beworfen, Briefkästen mit Schminke bekritzelt und Fenster mit Farbe oder Sprühdosen bemalt. Dabei handelt es sich laut dem Bundeskriminalamt (BK) um Sachbeschädigung.

Während es sich bei Halloween meist um eher harmlose Kinderstreiche handelt, die selten mit einer eingeschlagenen Glasscheibe enden, gibt es weitaus schlimmere Fälle von Vandalismus. Die Schäden durch Vandalismus kosteten österreichischen Gemeinden im Jahr mehr als 20 Millionen Euro. Auch Privathäuser sind immer wieder davon betroffen.

Unabhängig von der Art und dem Grund von Vandalismus handelt es sich um Sachbeschädigung, die für den Täter und das Opfer dieselbe Konsequenz mit sich bringt. Das österreichische Bundesministerium für Inneres empfiehlt in diesem Dokument: http://www.bmi.gv.at/cms/BK/praevention_neu/info_material/files/Vandalismus.pdf, umgehend Anzeige zu erstatten. Falls Geschädigte, die Täter bei ihrer Arbeit ertappen, ist umgehend die Polizei über den Notruf zu verständigen.

Versicherungen, die für Vandalismus in Österreich aufkommen könnten

Hausbesitzer und Mieter können heute eine Reihe von Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen, um sich gegen eine Vielzahl von Schäden zu schützen. Im Bereich Vandalismus kommen folgende Versicherungen infrage:

  1. Eigenheimversicherung: Da das Gebäude vielen Schadensrisiken ausgesetzt ist, schließen viele Verbraucher eine Eigenheimversicherung ab. Sie haftet meist bei Schäden durch Feuer, Blitz, Sturm und ähnlichen äußeren Einflüssen. Leider ist Vandalismus in den meisten Polizzen nicht standardmäßig inbegriffen. Gegen Vandalismus müssen sich Verbraucher über eine Zusatzoption absichern. Diese können auch Schäden durch Graffiti und andere böswillige Beschädigungen am Gebäude abdecken. Hier hilft nur ein Blick in die Konditionen des Versicherungsscheines.
  2. Haushaltsversicherung: Das Hab und Gut eines Menschen kann mit einer Haushaltsversicherung abgesichert werden. Bei einem Einbruch entsteht häufig automatisch Vandalismus, da der Dieb nach wertvollen Gegenständen sucht und dabei lieblos mit dem Hausrat umgeht, welches zu Bruch gehen kann. Vandalismus ist jedoch nur dann abgesichert, wenn er infolge eines Einbruchs erfolgte. Die Schäden durch klassischen Vandalismus ohne Einbruch sind somit nicht versichert.
  3. Bauwesenversicherung: Während der Bauzeit des Hauses können sich Verbraucher mit der Bauwesenversicherung absichern. Diese schützt im Grunde vor unvorhersehbare Schäden, die unter anderem durch Vandalismus erfolgen können.

Bei den Zusatzversicherungen steckt der Teufel im Detail

Wem die Schutzleistung der Haushaltsversicherung nicht ausreicht und zusätzlich durch Graffiti und andere böswillige Schäden abgesichert sein möchte, dem bleibt nur die Eigenheimversicherung inklusive Zusatzoptionen. Hier steckt jedoch der Teufel im Detail: Je nach Versicherer gibt es unterschiedliche Pakete, die hinzugebucht werden können. Meist haftet der Versicherer nur bis zu einer bestimmten Summe. Zusätzlich fällt häufig ein Selbstbehalt an.

Täter mit Überwachungssystem abschrecken oder identifizieren

Die komplizierte Absicherung gegen Vandalismus lohnt sich für viele Verbraucher nicht. Die Mehrkosten, die sie in eine solche Zusatzversicherung investieren müssen, können sie für ein Überwachungssystem nutzen. Die bloße Präsenz von Überwachungskameras kann potenzielle Täter abschrecken. Sollte dies nicht gelingen, sind sie imstande, die Täter bei ihrer Tat aufzunehmen, sodass eine Beweislage gesichert wird. Nach der erfolgreichen Identifizierung der Täter sollten sie für die Schäden aufkommen, sodass die Opfer nicht auf ihnen sitzen bleiben.