Nicht immer sind die modernsten Fenster mit einem hohen Isolationswert die richtige Wahl für den Neubau oder die Nachrüstung in älteren Gebäuden. Auf den so genannten U-Wert kommt es an. Dieser U-Wert zeigt den Wärmeverlust durch die Außenfläche Wand, Fenster und Dach an. Die U-Werte von Raum und Fenster müssen harmonieren, damit keine Wärmebrücken am Fenster entstehen.

Wärmebrücken – die Ursache der gefürchteten und gefährlichen Schimmelpilze

Wärmebrücken sind eine der typischen Ursachen für die Entstehung von Schimmelpilzen. Der Kampf gegen diese Pilze bleibt auf Dauer erfolglos, wenn die Wärmebrücken bestehen bleiben. Daher müssen Fenster immer in Abstimmung mit den Räumen und der Bausubstanz des Gebäudes ausgewählt werden. Ein Fenster hat aber nicht nur einen U-Wert. Es sind gleich drei Werte, die zu berücksichtigen sind. Es gibt den U-Wert der Verglasung, den U-Wert des Rahmens und den Gesamtwert des Fensters, der auch von der Größe abhängig sein kann. Je besser das Glas isoliert ist, desto geringer ist der U-Wert. Daher sind für ältere Räume eher gering isolierende Fenster mit einem 2-fach Isolierglas geeignet. Die hochwertigsten Fenster mit der 3-fach Isolierung haben eine U-Wert von nur 0,5. Für die Bestimmung des U-Wertes des Rahmens kommt es auf die Bauart des Profils an, in dem das Fenster eingelassen ist. Seit 2009 gelten nach der Energieeinsparverordnung, der EnEV 2009 Grenzwert. Ein normal verglastes Fenster darf maximal einen U-Wert von 1,3 aufweisen. Für Passivhäuser liegt dieser Wert sogar bei nur 0,8. Diese Werte basieren auf der Berechnung des so genannten Standardfensters, das eine Größe von 1,23 Metern x 1,48 Metern hat. Insbesondere für ältere Häuser und denkmalgeschützte Gebäude sind aber auch U-Werte von bis zu 2,2 erlaubt. Diese werden mit speziellen Mini-Isolierscheiben erreicht. So können Wärmebrücken gezielt verhindert werden und die Bausubstanz bleibt schimmelfrei erhalten.

Viele Fenster im Land – viele U-Werte und Wärmeverluste

In alten Gebäuden, in denen noch die Originalfenster verbaut sind, können U-Werte bis zu 6,0 gemessen werden. Dennoch sind diese Häuser in der Regel schimmelfrei, weil die alten Holzfenster für eine ideale Luftzirkulation zwischen den Räumen und dem Außenbereich sorgen. Die Nachrüstung mit neuen Fenstern geht dann oft mit der Dämmung und Isolierung der Mauern und Dächer einher. Diese Dämmungen können sowohl im Inneren als auch an der Fassade angebracht werden. So wird der U-Wert der Räume verringert und die passenden Fenster können eingebaut werden. Je geringer der U-Wert ist, desto niedriger ist der Energieverlust. Die Bauart der Fensterrahmen aus Holz oder Kunststoff sowie Aluminium kann auch zur Verhinderung von Wärmebrücken beitragen. Es kommt auf die Art und Weise der Verbindung von Fenster und Rahmen an. Vor der Wahl der neuen Fenster sollte auf jeden Fall der U-Wert der Räume bekannt sein.

Freie Wahl im Neubau für maximale Kostensenkung

Für Bauherren von Neubauten gilt, dass sie die freie Wahl haben. Sie können aufgrund des modern gebauten Gebäudes, das zukunftsweisend perfekt gedämmt sein sollte und damit einen sehr niedrigen U-Wert aufweisen wird, Fenster der neusten Generation verbauen. Der U-Wert kann neben der Isolierung und der Füllung auch mit Hilfe von speziellen Beschichtungen auf den Fenstern weiter gesenkt werden. Die energiesparsamste Variante ist das Passivhaus mit Fenstern, die einen U-Wert von weniger als 0,5 aufweisen. Der Zusammenhang von Bausubstanz, Bauplan, Raum und Fenster darf grundsätzlich nicht außer Acht gelassen werden. Es gilt Bausubstanz und Gesundheit der Bewohner auf Dauer zu schützen.