Total: € 0,00
 

Sinn und Unsinn einer Glasbruchversicherung

Was ist in einer Glasbruchversicherung versichert?

Die Glasbruchversicherung, auch Glasversicherung genannt, kann als Teil der Hausratversicherung oder als separate Versicherung abgeschlossen werden. Versichert sind alle Gebäudeverglasungen, also fest mit einem Haus oder auch der Garage verbundenen Glasbauteile. Zum Beispiel Fenster und Fenstertüren, Glastüren, Glasbausteine, Wintergartenverglasungen, usw. Außerdem sind Mobiliarverglasungen versichert, das sind zum Beispiel Glastische, Vitrinen, Spiegel, verglaste Bilder und Ähnliches.
In der Glasversicherung ist es unerheblich wie ein Glasschaden entstanden ist. Es sind sowohl Glasschäden durch Wind oder Sturm, durch Fremdverschulden bei einem Einbruch oder Vandalismus gedeckt wie auch durch Eigenverschulden des Versicherungsnehmers oder seiner Familie durch Unachtsamkeit. Nur Glasschäden, die durch andere Versicherungen gedeckt werden, wie zum Beispiel im Brandfall oder bei einer Explosion durch die Gebäudebrandversicherung, sind durch die Glasversicherung nicht versichert.
Die in einer Glasversicherung versicherten Sachen im Einzelnen:

  • Fenster
  • Fenstertüren (Terrassen- oder Balkontüren)
  • Türen aus Glas (Haus- oder Innentüren)
  • Vitrinen
  • Wintergärten
  • Duschkabinen
  • Bildverglasungen
  • Spiegel
  • Sichtfenster von Kaminen oder Herden
  • Verglasung von Wanduhren
  • Glasbestandteile von Möbeln wie beispielsweise Tischplatten


Welche Glasschäden sind nicht gedeckt?

Von der Glasbruchversicherung ausgenommen sind alle Hohlgläser wie Vasen, Trinkgläser, Terrarien, Aquarien oder Glaslampen. Allerdings gibt es Tarife, in denen zum Beispiel Terrarien und Aquarien eingeschlossen werden können. Für Glas-Keramik-Kochfelder (Ceranfelder) und glasähnliche Flächen wie Plexiglas oder andere Kunststoffe gibt es in den Versicherungstarifen verschiedener Gesellschaften unterschiedliche Regelungen. Hier hilft nur der Tarifvergleich im Einzelnen.
Ebenfalls nicht gedeckt sind Glasschäden durch Verschleiß und Abnutzung. Darunter fallen zum Beispiel Absplitterungen, Verfärbungen, Eintrübungen bei Undichtigkeit des Randverbundes in Mehrscheibenverglasungen und andere Schäden, die dem Alter des Glases oder Glasbauteils geschuldet sind.
Welche Schäden gedeckt sind und welche nicht, variiert von Versicherung zu Versicherung. Bei vielen Versicherern kann der Versicherungsschutz durch Buchung von Zusatzmodulen an den eigenen Bedarf angepasst werden. So können etwa bei vielen Anbietern Terrarien und Aquarien oder auch transparente Kunststoffflächen zusätzlich mitversichert werden.
Die in einer Glasversicherung nicht versicherten Sachen im Einzelnen:

  • Vasen
  • Aquarien
  • Terrarien
  • Photovoltaikanlagen
  • Bildschirme
  • Trinkgläser oder Krüge aus Glas
  • Gläsernes Geschirr
  • Flaschen 
  • Lampen aus Glas


Kosten der Glasbruchversicherung

Die Prämie einer Glasbruchversicherung kann nach unterschiedlichen Methoden berechnet werden. Es gibt pauschale Berechnungsmodelle nach Quadratmeter Wohnfläche oder nach der Deckungssumme. Für Sonderfälle gibt es spezielle Tarife, in denen einzelne zu versichernde Gegenstände und ihr Wiederbeschaffungswert aufgelistet sind. Letzteres ist insbesondere dann wichtig, wenn besonders wertvolle Glasgegenstände versichert werden sollen oder besonders teure Glasbauteile, etwa eine Glaskuppel.
In den allermeisten Fällen werden die pauschalen Berechnungsgrundlagen für eine gute Schadensabsicherung ausreichen. Ein genauer Vergleich ist hier nur im Einzelfall unter Einbeziehung aller Risiken möglich. In jedem Fall ist es sinnvoll, die Leistungen und sich daraus ergebenden Tarife mehrerer Versicherer zu vergleichen. Dazu holen Sie am besten für Ihren konkreten Fall mehrere Angebote verschiedener Versicherungsunternehmen ein, in denen Sie den Leistungskatalog möglichst genau an Ihren Bedarf anpassen. Einen ersten Anhaltspunkt können Vergleichsportale zwar geben, zum Beispiel zur Auswahl, von welchen Versicherern Sie ein Angebot erstellen lassen. Wirklich vergleichbar werden die Tarife aber erst, wenn Sie die Angebote für Ihr Versicherungsobjekt gegeneinander abwägen.

Versicherungsleistung in der Glasversicherung

Wichtig ist es, zu wissen, dass die Glasbruchversicherung nur am versicherten Ort gilt. Transportieren Sie ein versichertes Objekt außerhalb Ihrer Wohnung, so erlischt der Versicherungsschutz. Bei einem Glasbruch bekommt der Versicherungsnehmer die Material- und Reparaturkosten, also Arbeitskosten ersetzt. Ebenfalls ersetzt werden Kosten für eine Notverglasung oder Verschalung bis zur endgültigen Reparatur, sowie Entsorgungskosten für das zerstörte Glas. Unterschiedlich sind die Tarife bei der Übernahme von Zusatzkosten. Während Gerüstkosten für den Einbau eines Ersatzglases meist übernommen werden, bleibt der Eigentümer auf Malerkosten für Rahmen oder beschädigtes Mauerwerk oft sitzen. Auch hier lohnt der Tarifvergleich.

Landestypische Unterschiede

Die Unterschiede in den Glasversicherungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind gering. In vielen Schweizer Versicherungstarifen ist auch Sanitärkeramik versichert wie Toilettenschüsseln und Waschbecken (Lavabos). Auch bei Ceranfeldern und Kunststoffen sowie Aquarien und Terrarien sind die Schweizer Tarife eher umfassender. Aber auch dort sind die exakten Leistungen einzelner Versicherungstarife nur durch das ausführliche Studium des Kleingedruckten in den Versicherungsverträgen richtig einzuordnen.

Wer braucht eine Glasbruchversicherung?

Eine Glasversicherung zählt nicht zu den absoluten Notwendigkeiten für einen Hausbesitzer, noch weniger für einen Mieter. Sie macht dann Sinn, wenn an einem Objekt sehr viel Glas verbaut ist, so dass ein Glasschaden eher wahrscheinlich ist. Oder wenn im Inventar sehr wertvolle Glasobjekte versichert werden sollen. Für durchschnittliche Häuser lässt sich leicht errechnen, wie viele Jahresbeiträge der Glasversicherung man beiseite legen muss, um einen Glasschaden alle fünf oder zehn Jahre begleichen zu können. Da kommen Sie oft günstiger weg, wenn Sie solch seltene Schäden selbst bezahlen.